„Wer Qi zu führen weiß,

…nährt im Inneren seinen Körper und wehrt nach außen hin schädliche Einflüsse ab.“

Qi steht für Lebenskraft oder Lebensfunktion. Somit gehört Qi Gong zu den Methoden, die in China zu den hochgeschätzten Kulturgütern zählen, da es der Kultivierung des Lebens, dem Erhalt der Gesundheit und der Stärkung der Lebenskräfte dient. Von Alters her wurde nach Wegen gesucht, auf denen der Mensch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln seinen Körper und seinen Geist, und damit die eigene Lebenskraft bewahren, nähren und kultivieren kann.

Ungezählte Techniken wurden im Lauf der Geschichte zur Pflege der Lebenskraft entwickelt und geübt. Historische Texte dazu finden sich nicht nur in den Werken von Ärzten, sondern auch bei berühmten Philosophen, Literaten und Kampfkünstlern.

Der Begriff „Qigong“ als Überbegriff für eine Vielzahl von Übungsformen wird erst seit wenigen Jahrzehnten in China verwendet. Bereits Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung gab es den Begriff „Yangsheng“; welcher für eine Kunst der Lebensführung benutzt wurde, die teilweise auch Qi-Übungen mit einschloss.

Im 4. Jh. nach Chr. wurde von Zhang Zhan eine erste umfassende Darstellung des Yangshen verfasst. Er nannte zehn für die „Pflege des Lebens“ wichtige Aspekte:

  • Bewahren des Geistes
  • Liebe zum Qi
  • Kultivierung des Körpers
  • Leiten und Dehnen
  • Sprache
  • Ernährung
  • Innere Gemächer
  • Ablehnung schädlicher Sitten
  • Heilmittel
  • Diverse Verbote

Hieraus lässt sich erkennen, dass die Techniken zur Arbeit an der Lebenskraft (Qi Gong) in einen größeren Rahmen eingebettet waren. Ein klarer Hinweis auf die besondere Bedeutung der „Bewahrung des Geistes“ ist die Tatsache, dass dieser Punkt an erster Stelle steht. Dieser Aspekt der „Pflege des Lebens“ stellt die Grundlage für alle folgenden dar.

„Gong“ bedeutet das mit den eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten beharrliche Arbeiten an der Lebenskraft „Qi“ – und auch die durch die beharrliche Arbeit erlangten Fertigkeiten und deren Nutzen. So kann die Lebenskraft eines Menschen gepflegt und genährt, aber auch „zerstreut“ werden. Positive Lebenskraft zeigt sich z.B. in der Körperkraft und als geistige Wachheit; aber auch als Mut, Inspiration oder als Ausdauer und Gelassenheit.
Durch das Praktizieren von Qi Gong ist es möglich, in einen „Dialog mit der eigenen Lebenskraft“ zu treten und damit einerseits die eigene Konstitution und Leistungsfähigkeit zu unterstützen und zu steigern und andererseits ein größeres Maß an Körperbewusstheit und innerer Ruhe zu erlangen.

Siehe auch: Chinesische Medizin, Akupunktur, Kräutermedizin und Chinesische Diätetik